WERK
2005 • Denkmalgerechte Instandsetzung
Le
Corbusier Doppelhaus Stuttgart-Weißenhof
LC AK Stuttgart Tafel: Download
LC 07.08 Avantgarde Berlin: Download
Auszeichnung "Beispielhaftes
Bauen" (pdf) Architektenkammer Baden-Württemberg
Kammergruppe Stuttgart 2002 - 2007: „Denkmalgerechte Instandsetzung
und Umnutzung zum Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier, Stuttgart“
Das Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret, eines der bedeutendsten
Bauwerke der Weissenhofsiedlung, wurde über die Jahre 1933 bis 1984 kontinuierlich
verändert. Durch einen Besitzerwechsel ergab sich 2002 die Chance zur umfassen-
den denkmalgerechten Instandsetzung und Umnutzung zum Museum.
Die Gebäudeproportion und die Fassadengestaltung wurde ingrößtmöglicher
befund- und quellengestützter Annäherung wiederhergestellt, um so die
wesentlichen Qualitäten der Architektur Le Corbusiers wieder anschaulich
zu machen, ohne allerdings die substanzielle Veränderungen der letzten Jahrzehnte
zu tilgen.
Der Typus des Doppelhauses und die unterschiedliche Befundlage der beiden Haushälften
ermöglichte im Innenbereich eine Zweiteilung des Museums:
Die rechte Haushälfte wurde als begehbares Exponat in reparierender Erneuerung
dem Zustand von 1927 wiederhergestellt, um dem Besucher so einen Eindruck des "transformablen
Hauses" zu vermitteln. In Verbindung mit der gesicherten Befundlage der
bauzeitlichen Farbigkeit und Proportionen der Einbauten konnte die ursprüngliche
Raumwirkung wieder erlebbar gemacht werden.
Die linke, größere Haushälfte beherbergt die Ausstellung mit
Exponaten zur Entstehung und Geschichte der Weissenhofsiedlung. Die über
Jahre hinweg veränderte Raumaufteilung wird hier bewusst beibehalten, um
die wechselvolle Geschichte des Hauses darzustellen. Die Museumseinrichtung entsteht
als "Echo" auf den ursprünglichen Grundriss, ohne die Spuren baulicher
Veränderungen zu verwischen. Gläserne Einbauten bilden einen Kontrast
zur vorgefundenen Situation und überlagern die verbliebene Originalbausubstanz
sowie die späteren Umbauten.
Der Besucher erlebt in der Spannung zwischen der abstrakten Nachbildung
von Le Corbusiers ursprünglichem Konzept im Ausstellungsbereich,
dem begehbaren Exponat und den bauzeitlichen Oberflächen eine
sensible Auseinandersetzung mit diesem Gebäude.
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